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Mission Mode
Slow Fashion in Essen entdecken


Täglich neue Kollektionen, Klamotten zu Spottpreisen, das kurzzeitige Glücksgefühl, ein neues schickes Kleidungsstück zu besitzen, welches dann (häufig ohne jemals getragen worden zu sein) im Schrank verstaubt – das ist Fast Fashion. Die Auswirkungen auf die Umwelt und auf die Arbeitsbedingungen in Schwellenländern sind katastrophal. Trotzdem steigt der Umsatz großer Modeketten stetig. Die Gegenbewegung zu Fast Fashion nennt sich Slow Fashion – also das bewusste Einkaufen und Tragen nachhaltig und ökologisch produzierter Kleidung. Dazu gehört auch die Verwertung und Aufbereitung von Klamotten, die bereits im Kleiderschrank hängen. Insgesamt geht es bei Slow Fashion um einen bewussten und reflektierten Umgang mit dem Thema Mode. Doch wie können Menschen für nachhaltige Mode sensibilisiert werden? Welche Möglichkeiten gibt es, um das eigene Konsumverhalten zu ändern? Wo gibt es überhaupt Slow Fashion in der eigenen Stadt?

Dominique van de Pol hat sich dieser Fragen angenommen. Die freie Journalistin lebt mit ihrer Familie in Essen, der grünen Hauptstadt des Ruhrgebiets. Sie hat einen Bound durch die Essener Stadtteile Rüttenscheid und Holsterhausen gestaltet, in dem man verschiedene Orte und Geschäfte besucht und viele Informationen zu Fast und Slow Fashion erhält. Diesen Bound haben wir uns genauer angesehen. Lotta hatte die Möglichkeit ihn vor Ort zu spielen.

Der Bound führt zu unterschiedlichen Geschäften, die Fair-Trade- und ökologisch nachhaltige Kleidung anbieten, aber auch zu Second Hand Stores und einem Verein, der u. a. Nähcafés anbietet, in denen man selber Kleidung reparieren oder umnähen kann.

Während Lotta von Ort zu Ort lief, erhielt sie per Audio interessante Informationen, z. B. über den enormen Wasserverbrauch von konventioneller Baumwolle, die Nachteile synthetischer Kleidung und die physiologischen Vorgänge in unseren Gehirnen beim Shopping. Aber auch Alternativen wurden aufgezeigt, wie Kleidertauschpartys oder Upcycling (also das Aufwerten von alter Kleidung). Dabei wurde weder dazu angehalten, nie wieder neue Kleidung zu kaufen, noch sein ganzes Geld in den besuchten Läden zu lassen. Viel mehr erfuhr Lotta, welche Möglichkeiten vor Ort gegeben sind, um bewusster zu shoppen, zu tragen und zu verwerten.

“Durch den Bound habe ich nicht nur Essen besser kennengelernt und einen echt schicken Second-Hand-Laden entdeckt, den ich unbedingt nochmal besuchen muss. Ich habe auch wichtige Informationen erhalten, wie unser bzw. mein persönliches Konsumverhalten die Umwelt beeinflusst. Trotzdem ist der Bound nicht vorwurfsvoll, sondern motiviert eher dazu, neue Dinge auszuprobieren. Ich werde bestimmt bald mal eine Kleidertauschparty veranstalten und all den hübschen Kleidungsstücken, die ich so gut wie nie trage, ein neues zuhause geben.” Lotta, Actionbound-Mitarbeiterin.

Bei einem Bound soll es für Dominique nicht bleiben. Aktuell arbeitet sie an einem Buch zum Thema Slow Fashion, das bald erscheinen soll. Außerdem möchte sie das Thema mit Actionbound für jüngere Zielgruppen aufbereiten.
„Ich wollte das Thema Slow Fashion auf spielerische Art und Weise vermitteln und habe dazu viele verschiedene Plattformen für die Erstellung interaktiver Smartphone-Spiele recherchiert. Actionbound hat mich von Anfang begeistert und am meisten angesprochen. Die Menschen, die den Bound bereits gespielt haben, waren begeistert und konnten viele neue Erkenntnisse daraus ziehen. Ich kann mir gut vorstellen, weitere Formate mit Actionbound zu gestalten und das Thema zum Beispiel auch für Schüler*innen umzusetzen."

Ihr wohnt in Essen oder habt dort einen Besuch geplant? Dann könnt ihr die Mission Mode kostenlos spielen.
Weitere Erfolgsgeschichten findet ihr hier.

Dominique van de Pol ist freie Fachjournalistin und Kommunikationsberaterin für Mode und Nachhaltigkeit. Sie ist als Freelancerin tätig und hat in den vergangenen zehn Jahren mit unterschiedlichsten Modemarken, Institutionen und Branchengrößen in Europa und Asien zusammengearbeitet. Als Mode- und Nachhaltigkeitsexpertin ist sie regelmäßig Gast in diversen Medien. Darüber hinaus ist sie deutschlandweit als Speakerin, Panelist und Fashion-Expertin bei TV- und Kinoproduktionen im Einsatz.